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Presseberichte

Weser Kurier vom 12.04.07

Weser Report vom 11.04.07

Presseinformation des Vereins "Freunde der Uniwildnis e.V." vom 04.06.04

Bremer Anzeiger vom 05.05.04

Presseinformation des Vereins "Freunde der Uniwildnis e.V." vom 08.04.04

Presseinformation des Vereins "Freunde der Uniwildnis e.V." vom 01.03.04

Presseinformation des Vereins "Freunde der Uniwildnis e.V." vom 25.2.04

Presseinformation des Vereins "Freunde der Uniwildnis e.V." vom 11.02.04

Presseinformation des Vereins "Freunde der Uniwildnis e.V." vom 12.12.03

Presseinformation des Vereins "Freunde der Uniwildnis e.V." vom 18.11.03

Presseinformation des Vereins "Freunde der Uniwildnis e.V."

Weser-Kurier Bremen vom 23.3.02

taz Bremen vom 23.3.2002

Weser-Report Mitte vom 24.3.02

Bild Bremen vom 23.3.02

 

Weser Kurier vom 12.04.07:

Das Foto zeigt von hinten links die Beisitzer Heidrun Hofmeister, Monica Borgward und Maren Schmidt sowie sitzend von links Schatzmeisterin Angelika Henkel, den Vorsitzenden Alexander Jamnig und seinen Stellvertreter Jürgen Reinhardt.

 

"Die grüne Einheit erhalten"
Freunde der Uni-Wildnis gegen Kommerzialisierung des Stadtwaldsees

HORN-LEHE (FR). Die Mitgliederversammlung des Vereins "Freunde der Uniwildnis" hat den alten Vorstand im Amt bestätigt: als Vorsitzenden Alexander Jamnig, Jürgen Reinhardt als 2. Vorsitzenden, Angelika Henkel als Schatzmeisterin und als Beisitzer Monica Borgward, Heidrun Hofmeister und Maren Schmidt.

Alexander Jamnig berichtete, dass die Zahl der Vereinsmitglieder weiter gewachsen sei. Eine Entwicklung, die sich auch in diesem Jahr fortsetze. Der Verein werde sich weiterhin mit Ständen an den Stadtteilfesten Wachmannstraße und Fockes Fest sowie an dem Weihnachtsbasar des Tierheims beteiligen und zusammen mit dem Tierheim Vorträge über Ernährung, Verhalten und Erziehung von Hunden sowie über die Ökologie des Stadtwaldsee-Ensembles organisieren.

Als wichtigste Aufgabe des Vereins im Wahljahr 2007 bezeichnete Jamnig das Ziel, das Vereinsgelände langfristig als Naherholungsgebiet zu sichern und mit der Stadt einen langfristigen Pachtvertrag auszuhandeln. Jamnig erinnerte daran, dass vor rund 100 Jahren das Präsidium des Bürgerparkvereins bei der Stadt Bremen den Antrag gestellt habe, das gesamte Gelände des Stadtwaldes als waldartiges Gebiet in seine Obhut zu nehmen. Mit einer Großspende des Kaufmanns Schütte sei diese Maßnahme zum Wohle aller Bürger erreicht worden. Das Stadtbild Bremens sei durch diesen Schritt nachhaltig geprägt worden und ohne den Stadtwald nicht mehr denkbar.

Eine solche mutige Weitsicht ist nach Jamnigs Worten auch heute wieder von den Bürgern und Politikern gefragt. Bürgerpark, Stadtwald und Stadtwaldsee-Ensemble bildeten eine grüne Einheit, die insgesamt erhalten bleiben müsse. Zukünftige Generationen würden für diese Weitsicht dankbar sein.

Der Verein will die Politik nach der Bürgerschaftswahl im Mai auffordern, im Koalitionsvertrag eine langfristige Sicherung des Stadtwaldsee-Geländes mit der Uniwildnis und dem alten Campingplatz als Naherholungsgebiet zu beschließen. Die Bevölkerung, so der Verein, lehne eine weitere Kommerzialisierung des Stadtwaldsees durch die so genannten Segnungen der Freizeitindustrie ab. Das Gelände dürfe nicht länger als Steinbruch politischer Interessen genutzt werden, seien sie sportpolitisch, mit Arbeitsplatzargumenten oder bloß mit der Notwendigkeit, Parkplätze für das Universum, herzustellen, begründet. Der Investor der neuen Wasserskianlage werde ebenso wie sein Vorgänger sehr schnell erkennen, dass sein Vorhaben am Widerstand der Bevölkerung scheitern werde.

 

Weser Report vom 11.04.07:

Pro & Contra zum Thema: Wasserski-Anlage am Unisee?

 

Pro: Thomas Philipp Reiter, Sprecher der Hansestrand GmbH&Co.KG

Neue Freizeitmöglichkeiten am Stadtwaldsee, zu denen auch ein umweltverträgliches Sportangebot wie das Wasserskifahren gehört, wären zunächst einmal gut für die bremische Konjunktur und würden viele neue Arbeitsplätze schaffen. Eine solche Anlage muss zudem im Kontext des umfassenden Konzeptes für das geplante Naherholungsgebiet am Stadtwaldsee gesehen werden. Wasserskifahren erfreut sich bei allen Altersgruppen wachsender Beliebtheit. Umso bedauernswerter ist, dass in Bremen kein entsprechendes Angebot verfügbar ist, so dass Bremer erst weite Strecken zurücklegen müssen, um woanders ihrem Hobby nachzugehen. Die damit verbundenen Einnahmen kommen dann Betreibern in anderen Orten zu Gute. Die Einrichtung des Strandbads mit der ersten Bremer Wasserskianlage und den damit einhergehenden vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten am Abend bedeutet eine klare Aufwertung des Areals und damit für ganz Bremen.

 

Contra: Jürgen Reinhardt, stellvertretender Vorsitzender der Freunde der Uniwildnis

Im Stadtstaat Bremen mit sehr begrenzter Fläche sind unverbaute, naturnahe Areale besonders wertvoll und für die Naherholung schützenswert. Die geplante Anlage der „Hansestrand GmbH“ mit Parkplätzen, Gastronomie, Musik und Wasserski wird nicht gerade zu mehr Ruhe in diesem bedeutenden Naherholungsgebiet beitragen. Zumal wohl auch ein Mindestmaß an Nutzern für einen wirtschaftlichen Betrieb dieser Einrichtung erforderlich sein wird. Dies wird sehr wohl zu einer Beeinträchtigung der bisherigen „leisen“ Nutzer wie Angler, Taucher, Schwimmer, Surfer beziehungsweise der Menschen führen, die einfach nur Ruhe bei einem Spaziergang oder Sonnenbad suchen. Die geplanten „Soccer“, Beachvolleyball- und Wellnessbereiche incl. Strand- und Cocktailbar werden nur mehr gegen Gebühr zu betreten sein. Wir brauchen keine weitere Kommerzialisierung unserer Naherholungsgebiete durch die Segnungen der Freizeitindustrie.

 

 

Presseinformation des Vereins "Freunde der Uniwildnis e.V." vom 04.06.04:

„Freunde der Uniwildnis“ begrüßen SPD-Vorstoß

 

„Auch Campingplatz-Neubau stoppen“ – Angebot an Umweltsenator

Die Empfehlung des SPD-Fraktionssprechers Carsten Sieling in der Bürgerschaft, ein Moratorium über die Westerweiterung des Technologieparks einzulegen, ist beim Verein „Freunde der Uniwildnis e.V.“ auf positive Resonanz gestoßen. „Wir begrüßen es außerordentlich, dass auch die SPD den Nutzen dieses ökonomisch wie ökologisch unsinnigen Projektes mittlerweile in Frage stellt“, erklärte der 2. Vorsitzende des Vereins, Alexander Jamnig. „Das einmalige Biotop der Uniwildnis westlich des Kuhgrabenweges ist viel zu kostbar, um es dem Bau nicht benötigter Bürogebäude zu opfern.“

Jamnig schlug in diesem Zusammenhang vor, auch den geplanten Neubau des Campingplatzes zu stornieren, für den bereits eine Fläche am Hochschulring gerodet worden ist: „Die SPD sollte gleich den zweiten Schritt machen und das von zahlreichen Stammgästen des alten Campingplatzes ungeliebte Vorhaben ebenfalls stoppen.“ Mit einem Bruchteil der dafür vorgesehenen Baukosten sei es möglich, die wegen ihrer idyllischen Lage ausgesprochen geschätzte alte Anlage zu sanieren und auf ein modernes Niveau anzuheben, urteilte Jamnig.

Er regte zudem an, die bereits gerodete Fläche aufzuforsten und als familiengerechtes Naherholungsgebiet zu nutzen. „Ein Waldspielplatz oder eine öffentliche Picknick-Anlage würden den Gesamtwert des Grünzuges rund um den Unisee erheblich steigern und zugleich den Ruf Bremens als kinderfreundliche Stadt stärken“, erklärte Alexander Jamnig.

Angesichts des absehbaren Planungsstopps bitten die „Freunde der Uniwildnis“ zugleich Umweltsenator Eckhoff, den vor zehn Jahren geschlossenen und mittlerweile gekündigten Nutzungsvertrag mit dem Verein zu erneuern. „Wir sind selbstverständlich auch weiterhin bereit, uns um den Erhalt des urwüchsigen Geländes zu kümmern und es wie bisher zu pflegen und sauber zu halten“, versicherte Alexander Jamnig. Er wies darauf hin, dass die 400 Mitglieder des Vereins dabei privates Geld investiert und bürgerliches Engagement bewiesen haben: „Dieser Aufgabe würden wir uns auch in Zukunft gern stellen.“

 

Für den Vorstand der „Freunde der Uniwildnis e.V.“

Peter Schulz, Schriftführer – Telefon 349394

Bremen, 4. Juni 2004

 

 

 Bremer Anzeiger vom 05.05.04:

 

Frühlingsfest in der Uniwildnis

Musik, interessante Informationen und außergewöhnliche Kunstwerke stehen im Mittelpunkt des Frühlingsfestes, zu dem der Verein "Freunde der Uniwildnis" am Sonntag, 16. Mai, von 11 bis 17 Uhr, auf dem Vereingelände zwischen Kuhgrabenweg und Unisee (Parkplatz am Wetterungsweg) einlädt.

"Wir wollen mit dieser Veranstaltung eine breite Öffentlichkeit auf diese einzigartige Naturidylle aufmerksam machen, die entsprechend der Pläne des SPD/CDU-Senats der Westerweiterung des Technologieparks zum Opfer fallen soll", erklärt Vorstandssprecherin Monica Borgward.

Parallel zum Frühlingsfest wird das spektakuläre Projekt "LandArt" zu sehen sein. Diese Natur-Kunst-Aktion beginnt schon einen Tag vorher, am Sonnabend, 15. Mai, um 16 Uhr mit einem kostenlosen Vortrag im Bremer Forum, Wilhelm-Herbst-Str. 12. Dort wird es unter anderem um die Grundidee dieser "vergänglichen Kunst" gehen, die Bremer/innen zum Beispiel durch die "Waller Welle" vertraut ist.

"Wir wollen Menschen zu einer künstlerischen Auseinandersetzung mit der Natur auffordern und gleichzeitig die Bedeutung eines Freiraums aufzeigen, der dies zulässt", sagt Borgward. Was während des "LandArt"-Workshops entstanden ist, soll am Sonntag beim Frühlingsfest vorgestellt werden. Vorgesehen sind ferner Auftritte mehrerer Musikgruppen, Aktionen für Kinder, ein "Agility"-Parcour für Hunde (und ihre Besitzer/innen), ein Gewinnspiel sowie die Übernahme von "Baumpatenschaften" durch engagierte Besucher/innen.

(mk)

 

 Presseinformation des Vereins "Freunde der Uniwildnis e.V." vom 08.04.04:

 

Gingko-Baum symbolisiert

die Zukunft der Uniwildnis

Die „Freunde der Uniwildnis e.V.“, die um den Erhalt der Naturflächen am Unisee kämpfen, haben ihren Widerstand gegen die Pläne des SPD/CDU-Senats zur Westerweiterung des Technologieparks symbolisch dokumentiert. Die Vorsitzende des Vereins, Dr. Karin Mathes, pflanzte gemeinsam mit ihrer Vorstandskollegin Monica Borgward inmitten der von Vernichtung bedrohten Uniwildnis einen Gingko-Baum. „Damit wollen wir ein deutliches Zeichen dafür setzen, dass wir dieses einmalige Naherholungsgebiet nicht verloren geben“, erklärte Karin Mathes und verwies auf das lange Wachstum des aus Japan stammenden Parkbaumes.

Monica Borgward hatte den Gingko, ursprünglich ein Geschenk der Vereinigung „Angewandte Kunst Bremen“ (AKB), gestiftet. Auch sie verbindet mit der Pflanzung in der Uniwildnis die Hoffnung, dass das urwüchsige Gelände am Kuhgrabenweg erhalten bleibt, obwohl Bau- und Umweltsenator Eckhoff (CDU) den vor zehn Jahren geschlossenen Nutzungsvertrag mit dem Verein „Freunde der Uniwildnis e.V.“ gekündigt hat. „Wir werden uns weiter intensiv gegen die aberwitzigen Pläne des Senats stemmen“, kündigte Monica Borgward an.

Die Uniwildnis ist nur noch bis zum 31. 12. 2004 unter die Obhut des Vereins gestellt. Anschließend soll das Naturidyll zwischen Hochschulring, Unisee, Stadtwald und Kuhgraben dem Bau von Büro- und Wohnhäusern zum Opfer fallen. Karin Mathes wies in diesem Zusammenhang auf die enormen Erschließungskosten des Geländes in Höhe von 330 €/qm hin. „Damit wird sich die Westerweiterung des Technologieparks kaum als regionalwirtschaftlich vorteilhaft begründen lassen“, urteilte die Vereinsvorsitzende und erhob auch angesichts der „negativen Wirkungen auf die Lebensqualität“ die Forderung: „Die Pläne für das Millionen-Projekt gehören in den Papierkorb!“

Beim Bau der Universität Bremen vor über 30 Jahren war der Bodenaushub westlich des Kuhgrabenwegs abgekippt und das Gelände sich selbst überlassen worden. Als „Geschenk der Natur“ entwickelte sich ein wildwüchsiges Biotop mit seltenen Pflanzen und Tieren. Zusammen mit Bürgerpark und Stadtwald bildet es heute eine „grüne Brücke“ zwischen Innenstadt und Hollerland/Blockland, die das Stadtklima Bremens positiv beeinflusst und besonders geschützten Tierarten wie Eisvögeln, Fledermäusen oder Moorfröschen einen Lebensraum bietet.

Der Verein „Freunde der Uniwildnis e.V“, vor 15 Jahren auf Initiative engagierter Bürger[innen] um Dorothee Aebert gegründet, hatte 1993 mit dem damaligen grünen Umweltsenator Fücks und der Universität einen Nutzungsvertrag abgeschlossen. Seitdem pflegen die „Freunde der Uniwildnis“ das Gelände und halten es sauber. „Dieses beliebte Naherholungsgebiet hat die Stadt bisher keinen Pfennig gekostet“, betonte der stellvertretende Vereinsvorsitzende Alexander Jamnig. „Im Gegenteil: Die 400 Mitglieder des Vereins haben sich um das Areal gekümmert, privates Geld hineingesteckt und bürgerliches Engagement bewiesen, das nun seitens des Senats mit Füßen getreten wird.“

 

Zum Foto:

Symbol der Hoffnung für die Uniwildnis: Monica Borgward pflanzte inmitten des beliebten Naherholungsgebietes einen Gingko-Baum.

 

Für den Vorstand der „Freunde der Uniwildnis e.V.“:

Peter Schulz, Schriftführer

Telefon 349394

Bremen, 8. April 2004

 

 Presseinformation des Vereins "Freunde der Uniwildnis e.V." vom 01.03.04:

 

OVG stoppt Bausenator:

Rodung einstweilen beendet

Die „Freunde der Uniwildnis e.V.“ haben einen ersten juristischen Erfolg in ihrem Bemühen um den Erhalt der Naturflächen am Unisee errungen. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) der Freien Hansestadt Bremen stoppte die am vergangenen Donnerstag begonnene Rodung der Gehölz- und Wiesenfläche zwischen Unisee und Hochschulring. Auf dem 5,7 Hektar großen Gelände soll ein neuer Campingplatz entstehen.

In dem heute Mittag veröffentlichten OVG-Beschluss (Aktenzeichen 1 B 79/04) wird dem Bausenator untersagt, die Arbeiten fortsetzen zu lassen, bis eine endgültige Entscheidung getroffen worden ist. Das Oberverwaltungsgericht wird sich am morgigen Dienstag (2. März) um 14 Uhr in einer mündlichen Erörterung erneut mit dem Thema befassen.

Das verwaltungsgerichtliche Verfahren hatten die Vertrauenspersonen eines Bürgerantrages angestrengt, der sich u.a. gegen die Westerweiterung des Technologieparks wendet und bislang noch nicht in der Bremischen Bürgerschaft beraten worden ist. Über 11.000 Mitbürgerinnen und Mitbürgern hatten mit ihren Unterschriften ihren Unwillen gegenüber der Flächen-, Verkehrs- und Baupolitik in Bremen bekundet und den Antrag damit auf den parlamentarischen Weg gebracht.

Die Vertrauensperson des Bürgerantrages, Hiltrud Lübben-Hollmann und Christine Bernbacher, wollen erreichen, dass die Stadt die Rodungsarbeiten solange einstellt, bis die Stadtbürgerschaft über den Bürgerantrag beraten und einen Beschluss getroffen hat. Die beiden Klägerinnen und der Verein „Freunde der Uniwildnis e.V.“ halten das Verhalten des Senates, bereits vor dieser Anhörung vollendete Tatsachen zu schaffen, für undemokratisch und rechtswidrig.

„Dies ist ein guter Tag für die Demokratie im Lande Bremen“, kommentierte Alexander Jamnig, stellvertretender Vorsitzender der „Freunde der Uniwildnis“, den vorliegenden OVG-Beschluss. „Das OVG stärkt damit die Rechte der Bürger, beim Einreichen von Bürgeranträgen fair und gerecht behandelt zu werden.“

Für den Vorstand der „Freunde der Uniwildnis“:

Peter Schulz, Schriftführer

Telefon 349394

Bremen, 1. März 2004

 

 Presseinformation des Vereins "Freunde der Uniwildnis e.V." vom 25.2.04:

Protest gegen unsinnige Zerstörung unberührter Natur

Mit Betroffenheit und Empörung hat der Verein „Freunde der Uniwildnis e.V." zur Kenntnis genommen, dass die Rodung von 5,7 Hektar Gehölz- und Wiesenfläche zwischen Unisee und Hochschulring begonnen hat, um Platz für einen neuen Campingplatz zu schaffen. Durch diese unsinnige Zerstörung unberührter Natur wird ein Lebensraum für besonders geschützte Tierarten wie Eisvögel, Fledermäuse oder Moorfrösche vernichtet.

Die auf Beschluss des SPD/CDU-Senats gestartete Abholzung bildet die Voraussetzung, um den Technologiepark über den Kuhgrabenweg hinaus in Richtung Westen zu erweitern. Die Verlegung des Campingplatzes steht dabei am Beginn der geplanten Baumaßnahmen, in deren Folge ein bedeutendes Naherholungsgebiet zerstört und die wichtige „grüne Achse" Bürgerpark-Stadtwald-Uniwildnis-Hollerland unterbrochen würde. Dadurch wären negative Auswirkungen auf das Stadtklima zu befürchten.

Besondere Entrüstung unter den „Freunden der Uniwildnis" löst die Tatsache aus, dass ein Bürgerantrag, der sich u.a. gegen die Westerweiterung des Technologieparks wendet, bislang noch nicht in der Bremischen Bürgerschaft beraten worden ist. Nach Auffassung des Vereinsvorstands wird dadurch der erklärte Wille von über 11.000 Mitbürgerinnen und Mitbürgern missachtet, die mit ihren Unterschriften einen Antrag zur Flächen-, Verkehrs- und Baupolitik in Bremen auf den parlamentarischen Weg gebracht hatten.

Zugleich erinnert der Verein „Freunde der Uniwildnis e.V." an die enormen Kosten einer Erweiterung des Technologieparks in Richtung Westen. In einer entsprechenden Vorlage für die Wirtschaftsförderungsausschüsse war die Erschließung des Terrains mit geschätzten 55 Millionen Euro beziffert worden. Dazu heißt es in der Vorlage wörtlich: „Die Kosten der Flächenbereitstellung liegen aus heutiger Sicht mit rd. 330 Euro/qm im Vergleich zu anderen Gewerbestandorten relativ hoch (Technologiepark Ost 116 Euro/qm, Technologiepark Süd 148 Euro/qm, Flächen am Hochschulring 231 Euro/qm, Gewerbegebiet Horn-Lehe West 34 Euro/qm, Airport-Stadt Mitte 116 Euro/qm)."

Vor dem Hintergrund, dass die Kosten für den Kapitaldienst in dieser Rechnung noch nicht enthalten sind, fordert der Verein „Freunde der Uniwildnis e.V." den Senat auf, den Wahnsinn einer Naturzerstörung auf Pump zu beenden. Die vorgesehenen Mittel sollten besser für die Bereitstellung von Gewerbeflächen u.a. in der Überseestadt verwendet werden.

Für den Vorstand der „Freunde der Uniwildnis":

Peter Schulz, Schriftführer

Telefon 349394

 

 

 Presseinformation des Vereins "Freunde der Uniwildnis e.V." vom 11.02.04:

Keine Fakten für die Westerweiterung des Technologieparks schaffen:

Die „Freunde der Uniwildnis“ fordern die Baudeputierten auf, der Verlegung des Campingplatzes nicht zuzustimmen

 

Auf der morgigen Sitzung der Deputation für Bau und Verkehr steht der Bebauungsplan für das neue Campingplatzgelände auf der Tagesordnung. Mitglieder des Vereins der „Freunde der Uniwildnis“ werden um 10.30 Uhr vor dem Ansgaritorsaal die Deputierten auffordern, diesem nicht zuzustimmen.

Der Campingplatze soll auf das Gelände zwischen Unisee, Hochschulring und Naturschutzgebiet "Am Stadtwaldsee" verlegt werden. Damit will die große Koalition den gesamten Bereich westlich des Kuhgrabenwegs zwischen Wetterungsweg und Hochschulring, die sogenannte Uniwildnis, für die Technologieparkerweiterung verfügbar machen. Der Verein „Freunde der Uniwildnis“ wehrt sich gegen die Naturzerstörung auf Pump. Die Uniwildnis muss ebenso erhalten bleiben wie das Wäldchen auf dem Gelände für die Campingplatzverlegung.

 

 

 

Presseinformation des Vereins "Freunde der Uniwildnis e.V." vom 12.12.03:

Eckhoff kündigt Nutzungsvertrag mit den "Freunden der Uniwildnis"

Ein intensiv genutztes Naherholungsgebiet soll vernichtet werden: Bau- und Umweltsenator Eckhoff (CDU) hat den vor genau zehn Jahren geschlossenen Nutzungsvertrag für das urwüchsige Gelände am Kuhgrabenweg mit dem Verein "Freunde der Uniwildnis e.V." gekündigt. Danach wird die Uniwildnis nur noch bis zum 31. 12. 2004 in der Obhut des Vereins bleiben. Anschließend soll das einmalige Naturidyll zwischen Hochschulring, Unisee, Stadtwald und Kuhgraben gemäß der Beschlüsse des SPD/CDU-Senats der Erweiterung des Technologieparks nach Westen zum Opfer fallen.

Die Vorsitzende des Vereins "Freunde der Uniwildnise.V.", Karin Mathes, zeigte sich entsetzt über dieses Vorgehen: "Obwohl kein einziges Gespräch mit dem Vorstand des Vereins geführt wurde, schafft Herr Eckhoff Fakten. Dabei sollen nach dem gerade bekundeten Willen der SPD und deren Finanzsenator Nußbaum alle Investitionsvorhaben erneut einer systematischen Bewertung unterzogen werden. Das starre Festhalten an diesem finanzpolitisch unverantwortbaren Vorhaben bestätigt wieder einmal den arroganten Umgang der Großen Koalition mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern."

Karin Mathes wies in diesem Zusammenhang auf die enormen Erschließungskosten des Geländes in Höhe von 330 ¤/qm hin. "Damit wird sich die Westerweiterung des Technologieparks kaum als regionalwirtschaftlich vorteilhaft begründen lassen", urteilte die Vereinsvorsitzende und erhob auch angesichts der "negativen Wirkungen auf die Lebensqualität" die Forderung: "Die Pläne für das Millionen-Projekt gehören in den Papierkorb!"

Beim Bau der Universität Bremen vor über 30 Jahren war der Bodenaushub westlich des Kuhgrabenwegs abgekippt und das Gelände sich selbst überlassen worden. Als "Geschenk der Natur" entwickelte sich ein wunderschönes wildwüchsiges Biotop mit seltenen Pflanzen und Tieren. Zusammen mit Bürgerpark und Stadtwald bildet es heute eine "grüne Brücke" zwischen Innenstadt und Hollerland/Blockland, die das Stadtklima Bremens positiv beeinflusst.

Der Verein "Freunde der Uniwildnis e.V", vor 15 Jahren auf Initiative engagierter Bürger[innen] um Frau Dorothee Aebert gegründet, hatte 1993 mit dem damaligen grünen Umweltsenator Fücks und der Universität einen Nutzungsvertrag abgeschlossen. Seitdem pflegen die "Freunde der Uniwildnis" das Gelände und halten es sauber. "Dieses stark frequentierte Naherholungsgebiet hat die Stadt bisher keinen Pfennig gekostet", betonte der stellvertretende Vereinsvorsitzende Alexander Jamnig. "Die 400 Mitglieder des Vereins haben sich um das Areal gekümmert und privates Geld hineingesteckt. Wer bürgerliches Engagement anmahnt und es zugleich mit Füßen tritt, ist unglaubwürdig."

 

 

Presseinformation des Vereins "Freunde der Uniwildnis e.V." vom 18.11.03

"Freunde der Uniwildnis" sperren Wäldchen

Symbolische Protestaktion gegen drohende Vernichtung unberührter Natur

Mit der symbolischen Absperrung des Wäldchens zwischen Unisee, Hochschulring und Naturschutzgebiet "Am Stadtwaldsee" will der Verein "Freunde der Uniwildnis e.V." am kommenden Sonntag (23. 11. 2003) auf die drohende Vernichtung des bislang unberührten Naturgebietes aufmerksam machen. Das Areal ist für die Verlegung des Campingplatzes vorgesehen, der seinen bisherigen Standort einbüßen soll.

Die rund 5,7 Mio. ¤ teure Maßnahme bildet die Voraussetzung, um den Technologiepark über den Kuhgrabenweg hinaus in Richtung Westen zu erweitern. Dadurch würde ein bedeutendes Naherholungsgebiet zerstört und die wichtige "grüne Achse" Bürgerpark-Stadtwald-Uniwildnis-Hollerland unterbrochen. Der "Verein Freunde der Uniwildnis" befürchtet für diesen Fall zudem negative Auswirkungen auf das Stadtklima.

Mit der Protestaktion will der Verein auch auf die enormen Kosten einer Erweiterung des Technologieparks in Richtung Westen hinweisen. In einer entsprechenden Vorlage für die Wirtschaftsförderungsausschüsse wird die Erschließung des Terrains mit geschätzten 55 Millionen Euro beziffert. Dazu heißt es in der Vorlage wörtlich: "Die Kosten der Flächenbereitstellung liegen aus heutiger Sicht mit rd. 330 ¤/qm im Vergleich zu anderen Gewerbestandorten relativ hoch (Technologiepark Ost 116 ¤/qm, Technologiepark Süd 148 ¤/qm, Flächen am Hochschulring 231 ¤/qm, Gewerbegebiet Horn-Lehe West 34 ¤/qm, Airport-Stadt Mitte 116 ¤/qm)."

Vor dem Hintergrund, dass die Kosten für den Kapitaldienst in dieser Rechnung noch nicht enthalten sind, fordert Dr. Karin Mathes, Vorsitzende des Vereins "Freunde der Uniwildnis e.V.", den "Wahnsinn einer Naturzerstörung auf Pump" zu beenden. "Der Senat sollte alle entsprechenden Pläne unverzüglich in den Reißwolf stecken und die vorgesehenen Mittel für die Bereitstellung von Gewerbeflächen in der ˆúberseestadt verwenden."

Gleichzeitig rief Karin Mathes den Beirat Horn-Lehe dazu auf, der vorgesehenen Änderung des Flächennutzungsplans nicht zuzustimmen. Durch diese Maßnahme soll auch das nicht unter Naturschutz stehende Gebiet der Uniwildnis für eine Bebauung mit Bürohäusern freigegeben werden. Der Beirat wird sich in seiner nächsten Sitzung am 27. 11. mit dem Thema befassen, um die erforderliche Stellungnahme abzugeben.

Die symbolische Protestaktion findet am Sonntag, 23. 11. 2003, um 11.30 Uhr statt. Ort: Fußweg am Stadtwaldsee ("Unisee") unweit des FKK-Strandes, zu erreichen vom Parkplatz am Hochschulring.

 

 

Presseinformation des Vereins "Freunde der Uniwildnis e.V."

„Technologiepark" und „Uniwildnis"

Bisher wurden in den Medien bzgl. der Ausweitung des Technologieparks in Richtung Westen als Betroffene nur der Reitclub St. Georg und der Campingplatz genannt. Uner-wähnt blieb, dass der größte Teil der vorgesehenen Erweiterung Vereinsgebiet der „Freunde der Uniwildnis e.V." ist.

Das Vereinsgebiet umfasst ca. 15 Hektar (auf beiliegender Skizze blau eingefärbt), gehört der Universität und sollte vor 12 Jahren dazu dienen, dort ein Klinikum zu errichten. Als diese Pläne fallen gelassen wurden, hat unsere damalige Vorsitzende Frau Dorothee Aebert es er-reicht, dass das Gebiet, das schon damals von einer größeren Gruppe von Leuten als na-turbelassenes Gebiet in Ordnung gehalten wurde, in einem Vertrag zur Nutzung und Pflege dem Verein „Freunde der Uniwildnis e.V." vom Senat anvertraut wurde. Dieser unbefristete Ver-trag lässt es nicht ohne Weiteres zu, dass nun die Stadt Bremen dort Unternehmen ansie-delt.

Unser Naturschutzverein pflegt und hegt dieses Gebiet, sorgt für die Beseitigung vom „Wohlstandsmüll" und arbeitet mit Umweltsenator, Polizei und Bremer Entsorgungsbe-trieben eng zusammen, um das Gebiet zu schützen. Der Verein hat mittlerweile nahezu 400 Mitglieder, die mit einem jährlichen Aufwand von ca. 1500 ¤ für dieses Gebiet sorgen, das sich im Laufe der Jahre zu einem generationsübergreifenden täglichen Treffpunkt von Naturfreunden entwickelt hat. Das heißt, unser Verein ist einer der wenigen Vereine, die kein Geld vom Staat oder der Stadtgemeinde erhalten, aber deren Aufgaben wahrnimmt.

Diese einzige naturbelassene Fläche Bremens soll „platt" gemacht werden. Wenn es ins politische Konzept passt, machen sich Bremer Politiker in Senat und Bürgerschaft stark für Umwelt- und Naturschutz, Tourismusförderung und Naherholungsgebiete. Hier aber soll das einzigartige Ensemble von Naturschutzgebiet, Campingplatz, Reiterhof, Badesee, Haus am Walde und Naherholungsgebiet Uniwildnis in geographischer Fortsetzung von Bürgerpark und Stadtwald zerstört und vordergründigen wirtschaftli-chen Interessen geopfert werden.

Wir erwarten von den Naturschutzverbänden Unterstützung für unseren Widerstand, da es uns gelungen ist, im Biotop Uniwildnis die Vogelwelt zu schützen und mit Trockenholz-hecken ein breites Spektrum an Kleinlebewesen anzusiedeln. Der Erhalt des grünen Korri-dors in Verlängerung der grünen Achse von Bürgerpark und Stadtwald ist nicht nur ent-scheidend für die Tier-und Pflanzenwelt, sondern auch für das ganze Stadtklima. Sollte der Technologiepark näher rücken, ist auch das Ende des Naturschutzgebietes abzusehen. Dies ist wohl beabsichtigt, da dann das verbliebene Gebiet ohne Rüge der EU auch noch abgeholzt und bebaut werden kann.

Es ist absurd und widersinnig, einerseits für Tourismus nach und in Bremen zu wer-ben, an-dererseits aber in dieser Stadt einen der schönsten Campingplätze Deutschlands zu schließen. Dass Arbeitsplätze in Bremen gebraucht werden, bestreitet niemand, aber das Leben be-steht nicht nur aus Arbeit. Menschen brauchen auch Erholung in natürlicher Umgebung, um gesund leben und arbeiten zu können.

Wer zahlt eigentlich die immensen Beträge für Vertragsauflösungen, Umzugs- und Ent-schädigungskosten? Gibt es im Senat überhaupt eine Kosten-Nutzen-Analyse? Ist dies wieder ein Prestigeobjekt, wo wie im sog. Büro„-park" Oberneuland bald leere Büroge-bäude aufragen?

Der Verein „Freunde der Uniwildnis e.V." wird sich nicht gegen Kleingärtner oder das Hol-lerland ausspielen lassen. Mensch und Natur haben Vorrang, zumal es noch genug freie und ungenutzte Flächen in Bremen gibt, auf denen Unternehmen angesiedelt werden könnten, wenn sie denn wirklich gebraucht werden sollten.

Bezeichnend für das offensichtlich schlechte Gewissen der Verantwortlichen ist übrigens die Vorgehensweise des Senats. Alle Betroffenen, Reitclub St. Georg, Trägerverein des Campingplatzes und die Freunde der Uniwildnis e.V., erfuhren erst aus der Zeitung, was mit dem Gelände am Kuhgrabenweg passieren soll. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion wer-den alle Beteiligten im Hau-Ruck-Verfahren vor vollendete Tatsachen gestellt. Nicht einmal der Versuch eines Gesprächs wurde vor der Senatsentscheidung unternommen. Wir sind nicht bereit, so mit uns umgehen und uns einfach überrollen zu lassen. Auch wir können uns wehren.

Vorstand des Vereins „Freunde der Uniwildnis e.V."


Weser-Kurier Bremen (23.3.02 Seite 18)

Uni Wildnis soll erhalten bleiben

Im Verein formiert sich Widerstand

Von unserem Redakteur

Volker Junck

Der Verein "Freunde der Uni-Wildnis" macht mobil gegen die geplante West-Erweiterung des Technologieparks in Richtung Unisee. "Wir nehmen den Verlust dieser einmaligen Naturidylle nicht einfach hin", machte gestern der Vereinsvorsitzende Wolfgang Frauenkron auf einer Pressekonferenz im "Haus am Walde" klar.

Zunächst einmal, so Frauenkron, müsse der Senat den mit dem Verein geschlossenen Vertrag zur Pflege des zwölf Hektar großen Geländes kündigen. Er zeigte eindrucksvolle Bilder von der naturbelassenen Wildnis mit etwa 3000 Bäumen, kilometerlangen Wegen, Tümpeln, Hecken und Gräben. Der Widerstand der 420 Mitglieder gegen die Zerstörung formiere sich. Was der Senat plane, sei nicht nur eine ökologische Sünde, sondern hintertreibe auch die touristische Stadtentwicklung.

Vom ebenfalls betroffenen Campingplatz wird nicht viel Unterstützung kommen. Ex-Bausenator Stefan Seifriz als Vorsitzender des Trägervereins bestätigte gestern gegenüber unserer Zeitung, dass man schon intensiv nach einem Ersatzgelände suche. Anstelle der mit 175000 Euro veranschlagten Sanierung der völlig maroden Sanitäranlagen wurde deshalb nur eine provisorische Reparatur für 80000 Euro angesetzt. Zu Ostern werden auf dem bereits ausgebuchten Platz Sanitär-Container aufgestellt. Seifriz verweist darauf, dass der Bremer Platz wegen der veralteten Anlagen in den Internationalen Campingplatz-Führern bereits heruntergestuft worden sei.

Der Reitclub Sankt Georg, der ebenfalls umziehen soll, war auch nicht auf der Pressekonferenz vertreten. Laut Vorstands-Mitglied Klaus Ziegler wolle man zwar in der Uni-Wildnis bleiben, verhandele aber mit dem Senat über Alternativen. In der Woche nach Ostern will der Verein dem Senat ein Raumkonzept vorlegen. Abstriche gegenüber dem derzeitigen Gelände mit einer 20 mal 80 Meter großen Halle und 50 Boxen werde es aber nicht geben.

Ziegler, acht Jahre lang wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP in der Bürgerschaft, befürchtet, dass sich die Wirtschaftspolitik in diesem Falle gegen die Interessen der Be-

völkerung wende. "Wenn der Technologiepark voll ist, dann ist er eben voll und muss an einem anderen Standort weiterwachsen." Ihn überrascht auch die Eile: Bereits 2004 wolle der Senat das Gelände westlich des Kuhgrabenwegs bebauen.


taz Bremen vom 23.3.2002 (Seite 32, 45 Zeilen (TAZ-Bericht), Daniel Satra)

Klatsch in der Wildnis

Freunde der Uniwildnis fürchten, dass die Ausdehnung des Technologieparks 11 von 15 Hektar Vereinsgelände frisst. Dann wäre Schluss mit dem, was Städter Wildnis nennen.

"Ach, hallo zusammen." Wolfgang Frauenkron grüßt Frauchen, Herrchen und Hunde - Bekannte in der Wildnis. Was StädterInnen eben so als Wildnis bezeichnen. Frauenkron, der Vorsitzende des Vereins der Freunde der Uniwildnis, steht zwischen Birken auf Vereinsgelände. Im Matsch. Ein Rottweiler springt dicht gefolgt von einem Schäferhund vorbei. "Hier am Sandplatz trifft man immer jemanden", freut sich Frauenkron und nennt daher die Lichtung am Ende der 15 Hektar großen Uniwildnis "den einzigen öffentlichen Kaffeeklatsch Bremens".

Doch mit dem Kaffeeklatsch im Freien und den leinenlos tobenden Hunden könnte es bald vorbei sein, fürchtet Frauenkron. Denn neben dem Reitclub St. Georg und dem Campingplatz seien auch elf Hektar dieser "einzigen naturbelassenen Fläche Bremens", so die Selbstdarstellung des Vereins, für den Bau des Technologieparks vorgesehen.

Das Vereinsgelände, das der Universität Bremen gehört, vertraute der Senat dem Verein Anfang der 90er Jahre zur Nutzung und Pflege an, unbefristet. Heute will der 420 Mitglieder zählende Verein "vordergründigen wirtschaftlichen Interessen eines Technologieparks" nicht weichen: "Ich nutze das Gelände täglich mit meinem Schäferhund, und dafür werde ich kämpfen", sagt Angelika Henkel.

Im Kontrast zur Gradlinigkeit des Bremer Bürgerparks, herrscht in der Uniwildnis das Gewirr des Gestrüpps. Zwischen Wildwuchs und Birken winden sich Pfade durch Pfützen zum Teich und begrenzenden Wall. Frauenkron nennt die Wildnis eine "Verlängerung von Bürgerpark und Stadtwald", und daher Naherholungsgebiet. "Außerdem ist das Gelände ein Durchzugsgürtel für Tiere - bis ins Hollerland", so Frauenkron. Fußabdrücke von Rehen im Schnee, Vögel, die den Teich zum angrenzenden Vogelschutzgebiet überfliegen, Igel, Blindschleichen und ein Fischreiher weisen laut Frauenkron ein Biotop aus. "Und der Fischreiher lässt sich auch nicht von Hunden stören, wenn die sich im Sommer ins Wasser schmeißen", sagt Frauenkron.

Naturschutz stehe an erster Stelle der Vereinssatzung, erklärt der Vorsitzende, "auch wenn etwa die Hälfte der Mitglieder Hundebesitzer sind." Zwar habe der Verein es bisher versäumt, Tier- und Pflanzenwelt zu dokumentieren, doch übernehme er schließlich Aufgaben des Landes, wenn er für Müllbeseitigung und Zugänglichkeit der Wege sorge, und das sogar kostenlos, meint auch Mitglied Christine Bernbacher. Außerdem habe der Verein Trockenholzecken für Kleinlebewesen eingerichtet, "und für eine Bebauung müssten hier 3.000 Bäume, darunter auch Eichen, gefällt werden", fügt Frauenkron hinzu.

Trotz der bisher rechtlich ungeklärten Sachlage, steht für Frauenkron fest: "Wir lassen uns hier nicht vertreiben, auch nicht mit Geld. Wir wollen auch kein Ersatzgelände, sondern die zentrale Lage und die Natur hier". Handfeste Aktionen gegen eine drohende Bebauung will der Verein Mitte April beschließen. "Und", warnt Frauenkron, "wir haben echte Aktivisten unter den Mitgliedern".

Daniel Satra


Weser-Report Mitte (24.3.02)

"Nacht-und-Nebel-Aktion"

Die Freunde der Uniwildnis kämpfen für das Naherholungsgebiet

VON MERLE ENDE

"Wir werden kämpfen", kündigt Angelika Henkel vom Verein "Freunde der Uniwildnis" an. Und zwar für den Erhalt der einzigen naturbelassenen Fläche Bremens &endash; ein zirka 15 Hektar großes Gebiet zwischen Bürgerpark und Universität Bremen, das eventuell für die Technologieparkerweiterung "platt gemacht werden soll". Was auf der jüngsten Beiratssitzung in Schwachhausen lapidar als "Grauzone" bezeichnet wurde, wird von den rund 420 Mitglieder des Vereins seit Jahren gehegt und gepflegt und ist Treffpunkt vieler Naturfreunde.

Wolfgang Frauenkron, Vorsitzender der Freunde der Uniwildnis, kann nicht verstehen, warum Politiker dieses "wunderbare Ensemble von Badesee, Naturschutzgebiet, Campingplatz, Reiterhof, Haus am Walde und Naherholungsgebiet Uniwildnis leichtfertig opfern wollen." Und auch das "Hau-Ruck-Verfahren", das ja einer Nacht-und-Nebel-Aktion gleiche, kritisiert Frauenkron. Man habe vor der Senatsentscheidung nicht einmal versucht, mit den betroffenen Parteien zu reden.

Und zu besprechen gäbe es nach Ansicht der Vereinsmitglieder einiges: beispielsweise warum das brachliegende Gebiet auf der anderen Seite des Technologieparks, vom Riensberger Friedhof bis zu den Eisenbahnschienen, nicht für die Erweiterung herangezogen wird. Und wie der Senat Ausgleichsmaßnahmen allein für die gut 3.000 Bäume auf dem Gelände schaffen will.

Ganz zu schweigen von den Konsequenzen für die Tierwelt in dem Biotop. "Wir ha ben hier Grünspechte, Fischreiher, Kuckucke, und selbst einen Eisvogel habe ich schon beobachtet", erzählt Angelika Henkel.

Eines ist sicher: "Wir geben das Gebiet nicht auf", so der Vorsitzende. Und man werde sich auch nicht gegen Kleingärtner oder das Hollerland ausspielen lassen. Es gebe noch genug freie und ungenutze Flächen in Bremen. Der Campingplatz und das Haus am Walde zeigen sich in jedem Fall solidarisch. Anders der Reiterclub. Der "will sich den Wegzug vergolden lassen", so Frauenkron. Der Verein will die Sache zunächst "juristisch abklopfen", dann seien Aktionen geplant.

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Ein idyllisches Fleckchen Der Verein "Freunde der Uniwildnis" hegt und pflegt seit Jahren das 15 Hektar große Naherholungsgebiet auf eigene Kosten und will gegen Pläne, das Biotop für die Technologieparkerweiterung platt zu machen, angehen.


Bild Bremen (23.3.02 Seite3)

Klage gegen TechnoPark

Die Uniwildnis soll bleiben

Von HOLGER BLOEHTE

Der Streit um die Erweiterung des Technologieparks an der Uni. Jetzt hat sich auch der Verein "Freunde der Uniwildnis" zu Wort gemeldet. Vereinsvorstand Wolfgang Frauenkron: "Nicht nur Campingplatz und Reitverein sind von dem geplanten Kahlschlag betroffen. Auch die 15 Hektar große Uniwildnis, Bremens einzige naturbelassene Fläche soll platt gemacht werden."

Das Waldstück zwischen Wetterungsweg und Hochschulring wird von dem Verein seit 1970 betreut. Eigentlich sollte dort ein Klinikum entstehen. Doch die Pläne wurden verworfen. Seitdem hegen und pflegen 420 Vereinsmitglieder das Gebiet. 1500 Euro stecken sie jedes Jahr aus eigenen Mitteln in ihren Urwald. Dafür haben die Naturfreunde Wanderwege angelegt, Schilder aufgestellt, Müll beseitigt, und einen See regelmäßig gereinigt. Es ist das einzige Gebiet, wo Hunde ohne Leinen rumtollen dürfen. Frauenkron: "Trotzdem hat sich die Natur prächtig entwickelt. Dort leben Eisvögel, Fischreiher und Igel. 3000 Bäume bilden eine grüne Lunge für unsere Stadt. Ihre Zerstörung werden wir nicht zulassen." Der Verein hat bereits einen Anwalt eingeschaltet.

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Naturfreund Wolfgang Frauenkron will mit seinem Verein für den Erhalt der Uniwildnis kämpfen.

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Die Uniwildnis soll verschwinden. Sie ist ein Paradies für Spaziergänger, Hunde,Eisvögel und Fischreiher

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ldnis e.V." vom 18.11.03
"Freunde der Uniwildnis" sperren Wäldchen

Symbolische Protestaktion gegen drohende Vernichtung unberührter Natur

Mit der symbolischen Absperrung des Wäldchens zwischen Unisee, Hochschulring und Naturschutzgebiet "Am Stadtwaldsee" will der Verein "Freunde der Uniwildnis e.V." am kommenden Sonntag (23. 11. 2003) auf die drohende Vernichtung des bislang unberührten Naturgebietes aufmerksam machen. Das Areal ist für die Verlegung des Campingplatzes vorgesehen, der seinen bisherigen Standort einbüßen soll.

Die rund 5,7 Mio. ¤ teure Maßnahme bildet die Voraussetzung, um den Technologiepark über den Kuhgrabenweg hinaus in Richtung Westen zu erweitern. Dadurch würde ein bedeutendes Naherholungsgebiet zerstört und die wichtige "grüne Achse" Bürgerpark-Stadtwald-Uniwildnis-Hollerland unterbrochen. Der "Verein Freunde der Uniwildnis" befürchtet für diesen Fall zudem negative Auswirkungen auf das Stadtklima.

Mit der Protestaktion will der Verein auch auf die enormen Kosten einer Erweiterung des Technologieparks in Richtung Westen hinweisen. In einer entsprechenden Vorlage für die Wirtschaftsförderungsausschüsse wird die Erschließung des Terrains mit geschätzten 55 Millionen Euro beziffert. Dazu heißt es in der Vorlage wörtlich: "Die Kosten der Flächenbereitstellung liegen aus heutiger Sicht mit rd. 330 ¤/qm im Vergleich zu anderen Gewerbestandorten relativ hoch (Technologiepark Ost 116 ¤/qm, Technologiepark Süd 148 ¤/qm, Flächen am Hochschulring 231 ¤/qm, Gewerbegebiet Horn-Lehe West 34 ¤/qm, Airport-Stadt Mitte 116 ¤/qm)."

Vor dem Hintergrund, dass die Kosten für den Kapitaldienst in dieser Rechnung noch nicht enthalten sind, fordert Dr. Karin Mathes, Vorsitzende des Vereins "Freunde der Uniwildnis e.V.", den "Wahnsinn einer Naturzerstörung auf Pump" zu beenden. "Der Senat sollte alle entsprechenden Pläne unverzüglich in den Reißwolf stecken und die vorgesehenen Mittel für die Bereitstellung von Gewerbeflächen in der ˆúberseestadt verwenden."

Gleichzeitig rief Karin Mathes den Beirat Horn-Lehe dazu auf, der vorgesehenen Änderung des Flächennutzungsplans nicht zuzustimmen. Durch diese Maßnahme soll auch das nicht unter Naturschutz stehende Gebiet der Uniwildnis für eine Bebauung mit Bürohäusern freigegeben werden. Der Beirat wird sich in seiner nächsten Sitzung am 27. 11. mit dem Thema befassen, um die erforderliche Stellungnahme abzugeben.

Die symbolische Protestaktion findet am Sonntag, 23. 11. 2003, um 11.30 Uhr statt. Ort: Fußweg am Stadtwaldsee ("Unisee") unweit des FKK-Strandes, zu erreichen vom Parkplatz am Hochschulring.

 

 

Presseinformation des Vereins "Freunde der Uniwildnis e.V."

„Technologiepark" und „Uniwildnis"

Bisher wurden in den Medien bzgl. der Ausweitung des Technologieparks in Richtung Westen als Betroffene nur der Reitclub St. Georg und der Campingplatz genannt. Uner-wähnt blieb, dass der größte Teil der vorgesehenen Erweiterung Vereinsgebiet der „Freunde der Uniwildnis e.V." ist.

Das Vereinsgebiet umfasst ca. 15 Hektar (auf beiliegender Skizze blau eingefärbt), gehört der Universität und sollte vor 12 Jahren dazu dienen, dort ein Klinikum zu errichten. Als diese Pläne fallen gelassen wurden, hat unsere damalige Vorsitzende Frau Dorothee Aebert es er-reicht, dass das Gebiet, das schon damals von einer größeren Gruppe von Leuten als na-turbelassenes Gebiet in Ordnung gehalten wurde, in einem Vertrag zur Nutzung und Pflege dem Verein „Freunde der Uniwildnis e.V." vom Senat anvertraut wurde. Dieser unbefristete Ver-trag lässt es nicht ohne Weiteres zu, dass nun die Stadt Bremen dort Unternehmen ansie-delt.

Unser Naturschutzverein pflegt und hegt dieses Gebiet, sorgt für die Beseitigung vom „Wohlstandsmüll" und arbeitet mit Umweltsenator, Polizei und Bremer Entsorgungsbe-trieben eng zusammen, um das Gebiet zu schützen. Der Verein hat mittlerweile nahezu 400 Mitglieder, die mit einem jährlichen Aufwand von ca. 1500 ¤ für dieses Gebiet sorgen, das sich im Laufe der Jahre zu einem generationsübergreifenden täglichen Treffpunkt von Naturfreunden entwickelt hat. Das heißt, unser Verein ist einer der wenigen Vereine, die kein Geld vom Staat oder der Stadtgemeinde erhalten, aber deren Aufgaben wahrnimmt.

Diese einzige naturbelassene Fläche Bremens soll „platt" gemacht werden. Wenn es ins politische Konzept passt, machen sich Bremer Politiker in Senat und Bürgerschaft stark für Umwelt- und Naturschutz, Tourismusförderung und Naherholungsgebiete. Hier aber soll das einzigartige Ensemble von Naturschutzgebiet, Campingplatz, Reiterhof, Badesee, Haus am Walde und Naherholungsgebiet Uniwildnis in geographischer Fortsetzung von Bürgerpark und Stadtwald zerstört und vordergründigen wirtschaftli-chen Interessen geopfert werden.

Wir erwarten von den Naturschutzverbänden Unterstützung für unseren Widerstand, da es uns gelungen ist, im Biotop Uniwildnis die Vogelwelt zu schützen und mit Trockenholz-hecken ein breites Spektrum an Kleinlebewesen anzusiedeln. Der Erhalt des grünen Korri-dors in Verlängerung der grünen Achse von Bürgerpark und Stadtwald ist nicht nur ent-scheidend für die Tier-und Pflanzenwelt, sondern auch für das ganze Stadtklima. Sollte der Technologiepark näher rücken, ist auch das Ende des Naturschutzgebietes abzusehen. Dies ist wohl beabsichtigt, da dann das verbliebene Gebiet ohne Rüge der EU auch noch abgeholzt und bebaut werden kann.

Es ist absurd und widersinnig, einerseits für Tourismus nach und in Bremen zu wer-ben, an-dererseits aber in dieser Stadt einen der schönsten Campingplätze Deutschlands zu schließen. Dass Arbeitsplätze in Bremen gebraucht werden, bestreitet niemand, aber das Leben be-steht nicht nur aus Arbeit. Menschen brauchen auch Erholung in natürlicher Umgebung, um gesund leben und arbeiten zu können.

Wer zahlt eigentlich die immensen Beträge für Vertragsauflösungen, Umzugs- und Ent-schädigungskosten? Gibt es im Senat überhaupt eine Kosten-Nutzen-Analyse? Ist dies wieder ein Prestigeobjekt, wo wie im sog. Büro„-park" Oberneuland bald leere Büroge-bäude aufragen?

Der Verein „Freunde der Uniwildnis e.V." wird sich nicht gegen Kleingärtner oder das Hol-lerland ausspielen lassen. Mensch und Natur haben Vorrang, zumal es noch genug freie und ungenutzte Flächen in Bremen gibt, auf denen Unternehmen angesiedelt werden könnten, wenn sie denn wirklich gebraucht werden sollten.

Bezeichnend für das offensichtlich schlechte Gewissen der Verantwortlichen ist übrigens die Vorgehensweise des Senats. Alle Betroffenen, Reitclub St. Georg, Trägerverein des Campingplatzes und die Freunde der Uniwildnis e.V., erfuhren erst aus der Zeitung, was mit dem Gelände am Kuhgrabenweg passieren soll. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion wer-den alle Beteiligten im Hau-Ruck-Verfahren vor vollendete Tatsachen gestellt. Nicht einmal der Versuch eines Gesprächs wurde vor der Senatsentscheidung unternommen. Wir sind nicht bereit, so mit uns umgehen und uns einfach überrollen zu lassen. Auch wir können uns wehren.

Vorstand des Vereins „Freunde der Uniwildnis e.V."


Weser-Kurier Bremen (23.3.02 Seite 18)

Uni Wildnis soll erhalten bleiben

Im Verein formiert sich Widerstand

Von unserem Redakteur

Volker Junck

Der Verein "Freunde der Uni-Wildnis" macht mobil gegen die geplante West-Erweiterung des Technologieparks in Richtung Unisee. "Wir nehmen den Verlust dieser einmaligen Naturidylle nicht einfach hin", machte gestern der Vereinsvorsitzende Wolfgang Frauenkron auf einer Pressekonferenz im "Haus am Walde" klar.

Zunächst einmal, so Frauenkron, müsse der Senat den mit dem Verein geschlossenen Vertrag zur Pflege des zwölf Hektar großen Geländes kündigen. Er zeigte eindrucksvolle Bilder von der naturbelassenen Wildnis mit etwa 3000 Bäumen, kilometerlangen Wegen, Tümpeln, Hecken und Gräben. Der Widerstand der 420 Mitglieder gegen die Zerstörung formiere sich. Was der Senat plane, sei nicht nur eine ökologische Sünde, sondern hintertreibe auch die touristische Stadtentwicklung.

Vom ebenfalls betroffenen Campingplatz wird nicht viel Unterstützung kommen. Ex-Bausenator Stefan Seifriz als Vorsitzender des Trägervereins bestätigte gestern gegenüber unserer Zeitung, dass man schon intensiv nach einem Ersatzgelände suche. Anstelle der mit 175000 Euro veranschlagten Sanierung der völlig maroden Sanitäranlagen wurde deshalb nur eine provisorische Reparatur für 80000 Euro angesetzt. Zu Ostern werden auf dem bereits ausgebuchten Platz Sanitär-Container aufgestellt. Seifriz verweist darauf, dass der Bremer Platz wegen der veralteten Anlagen in den Internationalen Campingplatz-Führern bereits heruntergestuft worden sei.

Der Reitclub Sankt Georg, der ebenfalls umziehen soll, war auch nicht auf der Pressekonferenz vertreten. Laut Vorstands-Mitglied Klaus Ziegler wolle man zwar in der Uni-Wildnis bleiben, verhandele aber mit dem Senat über Alternativen. In der Woche nach Ostern will der Verein dem Senat ein Raumkonzept vorlegen. Abstriche gegenüber dem derzeitigen Gelände mit einer 20 mal 80 Meter großen Halle und 50 Boxen werde es aber nicht geben.

Ziegler, acht Jahre lang wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP in der Bürgerschaft, befürchtet, dass sich die Wirtschaftspolitik in diesem Falle gegen die Interessen der Be-

völkerung wende. "Wenn der Technologiepark voll ist, dann ist er eben voll und muss an einem anderen Standort weiterwachsen." Ihn überrascht auch die Eile: Bereits 2004 wolle der Senat das Gelände westlich des Kuhgrabenwegs bebauen.


taz Bremen vom 23.3.2002 (Seite 32, 45 Zeilen (TAZ-Bericht), Daniel Satra)

Klatsch in der Wildnis

Freunde der Uniwildnis fürchten, dass die Ausdehnung des Technologieparks 11 von 15 Hektar Vereinsgelände frisst. Dann wäre Schluss mit dem, was Städter Wildnis nennen.

"Ach, hallo zusammen." Wolfgang Frauenkron grüßt Frauchen, Herrchen und Hunde - Bekannte in der Wildnis. Was StädterInnen eben so als Wildnis bezeichnen. Frauenkron, der Vorsitzende des Vereins der Freunde der Uniwildnis, steht zwischen Birken auf Vereinsgelände. Im Matsch. Ein Rottweiler springt dicht gefolgt von einem Schäferhund vorbei. "Hier am Sandplatz trifft man immer jemanden", freut sich Frauenkron und nennt daher die Lichtung am Ende der 15 Hektar großen Uniwildnis "den einzigen öffentlichen Kaffeeklatsch Bremens".

Doch mit dem Kaffeeklatsch im Freien und den leinenlos tobenden Hunden könnte es bald vorbei sein, fürchtet Frauenkron. Denn neben dem Reitclub St. Georg und dem Campingplatz seien auch elf Hektar dieser "einzigen naturbelassenen Fläche Bremens", so die Selbstdarstellung des Vereins, für den Bau des Technologieparks vorgesehen.

Das Vereinsgelände, das der Universität Bremen gehört, vertraute der Senat dem Verein Anfang der 90er Jahre zur Nutzung und Pflege an, unbefristet. Heute will der 420 Mitglieder zählende Verein "vordergründigen wirtschaftlichen Interessen eines Technologieparks" nicht weichen: "Ich nutze das Gelände täglich mit meinem Schäferhund, und dafür werde ich kämpfen", sagt Angelika Henkel.

Im Kontrast zur Gradlinigkeit des Bremer Bürgerparks, herrscht in der Uniwildnis das Gewirr des Gestrüpps. Zwischen Wildwuchs und Birken winden sich Pfade durch Pfützen zum Teich und begrenzenden Wall. Frauenkron nennt die Wildnis eine "Verlängerung von Bürgerpark und Stadtwald", und daher Naherholungsgebiet. "Außerdem ist das Gelände ein Durchzugsgürtel für Tiere - bis ins Hollerland", so Frauenkron. Fußabdrücke von Rehen im Schnee, Vögel, die den Teich zum angrenzenden Vogelschutzgebiet überfliegen, Igel, Blindschleichen und ein Fischreiher weisen laut Frauenkron ein Biotop aus. "Und der Fischreiher lässt sich auch nicht von Hunden stören, wenn die sich im Sommer ins Wasser schmeißen", sagt Frauenkron.

Naturschutz stehe an erster Stelle der Vereinssatzung, erklärt der Vorsitzende, "auch wenn etwa die Hälfte der Mitglieder Hundebesitzer sind." Zwar habe der Verein es bisher versäumt, Tier- und Pflanzenwelt zu dokumentieren, doch übernehme er schließlich Aufgaben des Landes, wenn er für Müllbeseitigung und Zugänglichkeit der Wege sorge, und das sogar kostenlos, meint auch Mitglied Christine Bernbacher. Außerdem habe der Verein Trockenholzecken für Kleinlebewesen eingerichtet, "und für eine Bebauung müssten hier 3.000 Bäume, darunter auch Eichen, gefällt werden", fügt Frauenkron hinzu.

Trotz der bisher rechtlich ungeklärten Sachlage, steht für Frauenkron fest: "Wir lassen uns hier nicht vertreiben, auch nicht mit Geld. Wir wollen auch kein Ersatzgelände, sondern die zentrale Lage und die Natur hier". Handfeste Aktionen gegen eine drohende Bebauung will der Verein Mitte April beschließen. "Und", warnt Frauenkron, "wir haben echte Aktivisten unter den Mitgliedern".

Daniel Satra


Weser-Report Mitte (24.3.02)

"Nacht-und-Nebel-Aktion"

Die Freunde der Uniwildnis kämpfen für das Naherholungsgebiet

VON MERLE ENDE

"Wir werden kämpfen", kündigt Angelika Henkel vom Verein "Freunde der Uniwildnis" an. Und zwar für den Erhalt der einzigen naturbelassenen Fläche Bremens &endash; ein zirka 15 Hektar großes Gebiet zwischen Bürgerpark und Universität Bremen, das eventuell für die Technologieparkerweiterung "platt gemacht werden soll". Was auf der jüngsten Beiratssitzung in Schwachhausen lapidar als "Grauzone" bezeichnet wurde, wird von den rund 420 Mitglieder des Vereins seit Jahren gehegt und gepflegt und ist Treffpunkt vieler Naturfreunde.

Wolfgang Frauenkron, Vorsitzender der Freunde der Uniwildnis, kann nicht verstehen, warum Politiker dieses "wunderbare Ensemble von Badesee, Naturschutzgebiet, Campingplatz, Reiterhof, Haus am Walde und Naherholungsgebiet Uniwildnis leichtfertig opfern wollen." Und auch das "Hau-Ruck-Verfahren", das ja einer Nacht-und-Nebel-Aktion gleiche, kritisiert Frauenkron. Man habe vor der Senatsentscheidung nicht einmal versucht, mit den betroffenen Parteien zu reden.

Und zu besprechen gäbe es nach Ansicht der Vereinsmitglieder einiges: beispielsweise warum das brachliegende Gebiet auf der anderen Seite des Technologieparks, vom Riensberger Friedhof bis zu den Eisenbahnschienen, nicht für die Erweiterung herangezogen wird. Und wie der Senat Ausgleichsmaßnahmen allein für die gut 3.000 Bäume auf dem Gelände schaffen will.

Ganz zu schweigen von den Konsequenzen für die Tierwelt in dem Biotop. "Wir ha ben hier Grünspechte, Fischreiher, Kuckucke, und selbst einen Eisvogel habe ich schon beobachtet", erzählt Angelika Henkel.

Eines ist sicher: "Wir geben das Gebiet nicht auf", so der Vorsitzende. Und man werde sich auch nicht gegen Kleingärtner oder das Hollerland ausspielen lassen. Es gebe noch genug freie und ungenutze Flächen in Bremen. Der Campingplatz und das Haus am Walde zeigen sich in jedem Fall solidarisch. Anders der Reiterclub. Der "will sich den Wegzug vergolden lassen", so Frauenkron. Der Verein will die Sache zunächst "juristisch abklopfen", dann seien Aktionen geplant.

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Ein idyllisches Fleckchen Der Verein "Freunde der Uniwildnis" hegt und pflegt seit Jahren das 15 Hektar große Naherholungsgebiet auf eigene Kosten und will gegen Pläne, das Biotop für die Technologieparkerweiterung platt zu machen, angehen.


Bild Bremen (23.3.02 Seite3)

Klage gegen TechnoPark

Die Uniwildnis soll bleiben

Von HOLGER BLOEHTE

Der Streit um die Erweiterung des Technologieparks an der Uni. Jetzt hat sich auch der Verein "Freunde der Uniwildnis" zu Wort gemeldet. Vereinsvorstand Wolfgang Frauenkron: "Nicht nur Campingplatz und Reitverein sind von dem geplanten Kahlschlag betroffen. Auch die 15 Hektar große Uniwildnis, Bremens einzige naturbelassene Fläche soll platt gemacht werden."

Das Waldstück zwischen Wetterungsweg und Hochschulring wird von dem Verein seit 1970 betreut. Eigentlich sollte dort ein Klinikum entstehen. Doch die Pläne wurden verworfen. Seitdem hegen und pflegen 420 Vereinsmitglieder das Gebiet. 1500 Euro stecken sie jedes Jahr aus eigenen Mitteln in ihren Urwald. Dafür haben die Naturfreunde Wanderwege angelegt, Schilder aufgestellt, Müll beseitigt, und einen See regelmäßig gereinigt. Es ist das einzige Gebiet, wo Hunde ohne Leinen rumtollen dürfen. Frauenkron: "Trotzdem hat sich die Natur prächtig entwickelt. Dort leben Eisvögel, Fischreiher und Igel. 3000 Bäume bilden eine grüne Lunge für unsere Stadt. Ihre Zerstörung werden wir nicht zulassen." Der Verein hat bereits einen Anwalt eingeschaltet.

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Naturfreund Wolfgang Frauenkron will mit seinem Verein für den Erhalt der Uniwildnis kämpfen.

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Die Uniwildnis soll verschwinden. Sie ist ein Paradies für Spaziergänger, Hunde,Eisvögel und Fischreiher